Durchgehender Strich, 1923

Durchgehender Strich, 1923
Öl auf Leinwand, 115 x 200cm
Düsseldorf, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Trapezoid, Dreieck und Kreis sind die Grundformen dieses Bildes,
von großen und kleinen, teils geometrischen,
teils freien Formen überlagert. Bewegung und Ruhe,
Spannung und Ausgleich der Kräfte bestimmen diese Komposition,
die neben den strengen konstruktiven und
unberechenbare expressive Elemente enthält.
(Ulrike Becks-Malorny)

Beim Durchgehenden Strich bedecken drei große geometrische Formen, nämlich Trapezoid, Dreieck und Kreis den Bildgrund und überschneiden sich dabei teilweise. Wie Bilder im Bild tragen Trapezoid und Kreis, in sich noch einen eigenen, variationsreichen Formenkosmos, der zum Teil Elemente aus den Kleinen Welten zitiert.Eine durchgehende diagonale Linie überschneidet Trapezoid und Dreieck, berührt den Kreis als Tangente und wird oberhalb der schwarzen Fläche von einem kreuzenden Balken mit einem gelben Kreis im Schnittpunkt gestoppt. Gerade schwarze Linien oberhalb der Tangente unterstreichen die Diagonalbewegung, eine breite gebogene Linie, Strahenbündel und freie Linienformen in der rechten unteren Bildecke stellen eine Gegenbewegung dar. Alle konstruktiven Elemente sind in sich prägnant und bleiben auch bei der Überschneidung autonom. Wie in einem Mobile sind alle Formen in Bewegung, die von der Posititon der Formen auf der Bildfläche und ihrer Konstellation zueinander ausgelöst wird. Thema dieses Bildes aus Kandinskys früher Bauhaus-Zeit ist Bewegung und Ruhe, Kampf und Ausgleich der Kräfte.
(Quelle: Taschen)