
Zarter Aufstieg, 1934
Öl auf Leinwand, 80,4 x 80,7 cm
New York, Guggenheim Museum
Kandinsky lebte zu dieser Zeit wieder in Paris in einem kleinen Appartement, dessen Wohnzimmer als Atelier eingerichtet war. Dort vollzog sich Kandinsky´s letzte Wandlung seiner Bildsprache. Von einem ruhig ausklingenden Alterswerk, das den vergangenen Ruhm Revue passieren läßt, kann dabei keine Rede sein. Der auffälligste Wandel betrifft die Farbigkeit dieser späten Bilder. Aus farbigem Wolkendunst steigt ein singendes und klingendes Farbenspiel in differenziertesten Nuancen auf. Die konstruktive Farbenlehre aus den Grund- und Mischfarben scheint am Bauhaus zurückgelassen worden zu sein. Kandinsky verwendet nun im künstlerischen Bereich bisher noch nie gesehene Farbzusammenstellungen, die aber meist von kostbar-filigraner Wirkung sind, in ihrer Buntheit aber auch an slawische Volkskunst erinneren. Die Farben sind dünn, zuweilen transparent aufgetragen, so daß sich zusätzlich optische Mischungen mit anderen Farben oder dem Grund ergeben. Ein neues technisches Mittel ist der Sand, der den Farben zugemischt wird oder als körniger Grund der Farbe hinterfängt.