Lebensdaten
| 1866 | Geboren am 4. Dezember in Moskau. Vater aus Ostsibirien, Mutter ans Moskau (jedoch Halbbaltin). Die Familienchronik erwähnt väterlicherseits aristokratisch-mongolische Abstammung. Trennung der Eltern, als Kandinsky noch ein Kind war. |
| 1869 | Reise mit den Eltern nach Italien (Venedig, Rom, Florenz). |
| 1871 | Übersiedlung der Familie nach Odessa. |
| 1874 | Musikunterricht (Klavier, später Cello). |
| 1876 | Aufnahme in das Gymnasium. Beginnt, Deutsch zu lernen, Ferien im Kaukasus, auf der Kirm. Ab 1879 jeden Sommer in Moskau. |
| 1880 | Kauf des ersten Malkastens Ölfarben |
| 1886 | Rückkehr nach Moskau, Aufnahme des Jurastudiums |
| 1889 | Studienreise in die Provinz Wologda in Nordrußland - im Auftrag der »Gesellschaft für Naturwissenschaften, Ethnographie und Anthropologie«. Interessiert gleichermaßen am bäuerlichen Kunstgewerbe wie am Bauernrecht. Entdeckt Rembrandt in der »Eremitage« in St. Petersburg. Reise nach Paris (Besuch der Weltausstellung). |
| 1892 | Juristisches Examen. Heiratet seine Kusine Anja Tschimiakin. Zweite Reise nach Paris. |
| 1893 | Dozent an der Juristischen Fakultät der Universität Moskau. |
| 1895 | Entdeckung Monets auf einer Ausstellung französischer Impressionisten in Moskau. Übernahme der künsterlischen Leitung einer Druckerei. |
| 1896 | Ablehnung eines Rufes a die Universität Dorpat (Estland). Entschluß, Maler zu werden. Übersiedlung von Moskau nach München. |
| 1897 | Besuch der Schule von Anton Azbe. Begegnung mit Jawlenskv und dessen Freundin Marianne von Werefkin. |
| 1899 | Zeichnen im Selbststudium. |
| 1900 | Eintritt in die Malklasse von Stuck an der Münchner Akademie - gleichzeitig mit Paul Klee. Erste Gemälde. |
| 1901 | Gründung der Künstlergruppe »Phalanx«, Austellung seiner Bilder mit dieser Gruppe. |
| 1902 | Präsident der »Phalanx«. Eröffnung der (kurzlebigen) »Plalanx-Malschule«, Unterricht in zwangloser Atmosphäre (»Pädigogische Exursionen«). Bekanntschaft mit Gabriele Münter. Erste Holzschnitte. |
| 1903 | Schließung der »Phalanx-Malschule« Reisen nach Venedig, Odessa und Moskau. |
| 1904 | Auflösung der »Plalanx«. Reisen nach Holland und Odessa. Ab Dezember vier Monate in Tunis. Fortan Ausstellungen in vielen europäischen Ländern, vor allem im Pariser Salon d'Automne (bis 1910 jedes Jahr). Viele Temperabilder. Veröffentliung von »Gedichte ohne Worte« in Moskau, ein Album mit zwölf Holzschnitten. |
| 1905 | Reisen nach Odessa und Rapallo ( von Dezember 1905 bis April 1906). Mitglied des Sa'lon d' Automne und der Indépendants |
| 1906 | »Xvlographies« (Holzschnitte). Ab Juni ein Jahr in Sèvres bei Paris. |
| 1907 | Sommer in der Schweiz, Herbst und Winter in Berlin. |
| 1908 | Rückkehr nach München (für sechs Jahre,). Besuch in Südtirol. Erster Aufenthalt in Murnau. Beginn der Freundschaft mit Jawlensky und Marianne von Werefkin (Veröffentlichung von Worrinngers Essay »Abstraktion und Einfühlung«). |
| 1909 | Erwerb eines Hauses in Murnau. »Murnauer Landschaften«, Gründung der »Neuen Künstlervereinigung München« (NKVM) und Übernahme des Vorsitzes. Beginn der »Inprovisationen«. |
| 1910 | Begegnung mit Franz Marc. Schreibt »Über das Geistige in der Kunst«. Reist nach Rußland. Münchner Korrespondent für die russische Zeitschrift »Apollo«. Erstes abstraktes Aquarell. |
| 1911 | Scheidung von Anja Tschimiakin. |
| 1912 | Zweite Ausstellung des »Blauen Reiters« in München. Übernahme der ersten Ausstellung des "Blauen Reiters« durch die Galerie Der Sturm in Berlin. Herausgabe des Almanachs »Der Blaue Reiter« bei Piper in München. Im Oktober erste große Kollektivausstellung in der Berliner Galerie Der Sturm (geleitet von Herwarth Walden - ebenso wie die gleichnamige Zeitschrift und der Verlag). Ausstellung in der Schweiz, Reise nach Moskau. Veröffentlichung vier seiner Gedichte (ohne seine Genehmigung) in dem Manifest »Eine Ohrfeige für den Publikumsgeschmack« in Moskau. |
| 1913 | Heftige Kontroversen zwischen Freunden und Gegnern Kandinskys in der Presse. Veröffentlichung der »Rückblicke« in Berlin und der »Klänge« in München mit 53 Schwarzweiß- und Farbholzschnitten. Teilnahme am Ersten Deutschen Herbstsalon in der Berliner Galerie Der Sturm und an der berühmten Armory Show in New York. |
| 1914 | Letzte Ausstellung des »Blauen Reiters« in der
Galerie Der Sturm. |
| 1915 | Von Dezember bis März 1916 in Stockholm, dann Rückkehr nach Moskau, wo er die Revolution erlebt und bis 1921 bleibt. Keine Gemälde (Malewitsch veröffentlicht das erste Manifest des Suprematismus). |
| 1916 | Ende des Jahres Trennung von Gabriele Münter. Ausstellungen in Stockholm, Zürich, Oslo, Berlin. Lesung von Gedichten aus »Klänge« im »Cabaret Voltaire« in Zürich (Tod Franz Marcs an der Front). |
| 1917 | Im Februar Heirat mit Nina von Adreewsky. |
| 1918 | Mitglied der Abteilung Bildende Künste des Kommissariats für Volksaufklärung und Professor an den Staatlichen Kunst-Werkstätten in Moskau. Entwurf eines Tee-Services für die Staatliche Porzellanmanufaktur in Petrograd. Übersetzung der »Rückblicke« ins Russische (Veröffentlichung enthält viele Änderungen). Ausstellung in der Galerie Der Sturm in Berlin. Keine Gemälde von November 1917 bis Juli 1919. |
| 1919 | Mitbegründer des Museums für malerische Kultur in
Moskau. Maßgebliche Beteiligung an der Einrichtung von 22 Provinzmuseen. Ausstellungen in
Moskau und Petrograd. |
| 1920 | Professor an der Universität Moskau. Offizielle Kandinsky-Ausstellung in Moskau. Ausstellung in New York. |
| 1921 | Mitglied des Gründungsausschusses für eine Akademie der Kunstwissenschaften, später Vizepräsident. Vortrag über die Grundelemente der Malerei. Im Dezember Übersiedlung nach Berlin. |
| 1922 | Professor am Bauhaus in Weimar (später stellvertretender Leiter), Leitung der Werkstatt für Wandmalerei. Teilnahme an der großen Ausstellung russischen Kunst in Berlin. Veröffentlichung von »Kleine Welten« in Berlin (12 graphische Blätter - Holzschnitte, Radierungen, Lithographien). Entwürfe der Wandmalerei für den Empfangssaal der Juryfreien in Berlin (originalgetreue Ausführung erst ein halbes Jahrhundert später im Centre Georges Pompidou in Paris). |
| 1923 | Vizepräsident der »Sociéte Anonyme« in New York. Mitherausgeber der Bauhaus-Publikationen. |
| 1924 | Gründung der Gruppe »Die Blaue Vier« (Kandinsky, Klee, Feininger, Jawlensky). |
| 1925 | Umzug des Bauhauses (und Kandinskys) nach Dessau. Produktive Phase: In jedem Jahr künftig ebenso viele Bilder wie in den sieben Moskauer Jahren insgesamt. |
| 1926 | 60. Geburtstag. Zahlreiche Ehrungen. |
| 1927 | Reisen nach Österreich und in die Schweiz. Viele Ausstellungen in Deutschland und im Ausland. |
| 1928 | Im März Erwerb der deutschen Staastsangehörigkeit. Inszenierung von Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" am Dessauer Theater. |
| 1929 | Begegnung mit Ensor in Belgien und Duchamp in Dessau. Wiedersehen mit Klee in Hendye. Erste Ausstellung in Paris (Galerie Zak). |
| 1930 | Ausstellungen in Paris (Galerie de France, Cercle et Carré). Sommerferien an der Adria. Besuch Ravennas (Besuch der Mosaiken). |
| 1931 | Reise in den Vorderen Orient. Wandgestaltungen auf der Internationalen Architekturausstellung in Berlin (Musiksaal). Veröffentlichung von "Reflexions sur l`art abstrait" ("Betrachtungen über die abstrakte Kunst") in Cahiers d`art in Paris. |
| 1932 | Umzug des Bauhauses nach Berlin. Reise nach Jugoslawien. |
| 1933 | Im März Schließung des Bauhauses. Übersiedlung nach Paris (Wohnung in Neuilly-sur-Seine.) |
| 1934 | Begegnung mit Mondrian, Miró, Brenton, Ernst, Tzara. Freundschaft (Cashiers d´art, Galerie, Jeanne Bucher). |
| 1935 | Sommer an der Cote d´Azur. |
| 1936 | Veröffentlichung der Erinnerung an Franz Marc in den Cahiers d´Art. |
| 1937 | Reise zu Paul Klee in die Schweiz. Nationalsozialisten erklären Kandinsky Werke als Entartete Kunst; Beschlagnahme und Verkauf von 57 Werken aus deutschen Museen. Beteiligung an der internationalen Ausstellung im Jeu de Paume in Paris. |
| 1938 | Veröffentlichung von "Art concret" in der Zeitschrift XXe Siécle. Sommer auf Cap Ferrat. |
| 1939 | Französische Staatsangehörigkeit. |
| 1940 | Zwei Monate in Cauterets (Pyrenäen), anschließend Rückkehr in das
besetzte Paris. (Tod Paul Klees) |
| 1944 | Erkrankung im März, Arbeit noch bis Juni. Planung eines Balletts -
zusammen mit dem Komponisten Thomas von Hartmann. Tod am 13. Dezember (vier Jahre nach Klee, drei Jahre nach Jewlensky und Delaunay) |
| 1966 | Gedächtnisausstellung anläßlich 100. Geburtstags Kandinskys im Musée National d´Art moderne in Paris. Übernahme dieser Ausstellung später auch in New York, Rotterdam und Basel. Gedächtnisausstellung der Graphik in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München. |
| 1972 | Gedächtnisausstellung der Stadt Paris. |
| 1976 | Gedächtnisausstellung im Haus der Kunst in München. |
| 1977 | Nina Kandinsky stiftet dem Musée National d´Art moderne Centre Georges Pompidu in Paris 15 Gemälde und zehn Aquarelle. |
| 1979 | Ausstellung im Centre Georges Pompidou in Paris von 32 Gemälden Kandinskys aus sowjetrussischen Sammlungen (erstmals außerhalb der UdSSR ausgesellt). |